Katrin Klosterkötter zieht es regelmäßig in den Osten: nach Russland, auf die Halbinsel Krim oder in die Ukraine. Dort sucht sie nach Motiven, die sie als 'Belege der Sehnsucht' mit nachhause bringt. Seit 1988 arbeitet sie an einem fotografischen Tagebuch in Heften. Dabei steht vor allem der Prozess des Unterwegsseins in einer fremden Umgebung im Vordergrund: Begegnungen, Augenblicke, Zufälligkeiten. Im Rahmen von 'orten' zeigt Katrin Klosterkötter Fotografien aus Kiew und Kramatorsk - morbide Städte zwischen postkommunistischer Tristesse und längst vergessen geglaubter Poesie des Alltags.
Die ca. 40 vor Ort entwickelten Fotografien sind versehen mit handschriftlichen Anmerkungen der ukrainischen Autorin Vita Bakay, die in Kramatorsk zuhause ist. Mal handelt es sich bei den Bildbeschriftungen um schlichte Ortsangaben, mal um weiterführende, durch die Motive inspirierte Gedanken und Weisheiten. Als Tätowierungen oder als Stempel bezeichnet die Fotografin selbst diese Beschriftungen: "Wenn man sich in der Fremde bewegt, ohne die Sprache zu kennen, ist es eine Erleichterung, jemanden mitwirken zu lassen, der die eigenen Eindrücke rückversichert." Fotografien sind für Katrin Kosterkötter nicht per se ein hermetisch geschlossenes System - in diesem Fall dient der schriftliche Eingriff in die Bildästhetik dazu, die Authentizität der subjektiven Wahrnehmung zu maximieren.